"Grande Kanaltour", an Kanälen entlang zum RHEIN

17. Juni 2013, Montag

DORTMUND-EMS-KANAL bis 45731 Waldrop

Da der DORTMUND-EMS-Kanal gestern kurz vor dem CP links abgebogen ist, werde ich heute dem RHEIN-HERNE-Kanal bis zum RHEIN folgen.
Schon um 7 Uhr vom Platz, irgendwo etwas zum Frühstücken suchen. In HENRIECHENBURG finde ich einen Bäcker, wie immer 2 belegte Brötchen mit Kaffee und dann für unterwegs noch 2 Käsebrötchen.

 

Um 8 Uhr bin ich wieder auf dem Rad. Der Weg führt mich teilweise an der EMSCHER entlang, ein guter Freizeitweg am Ufer. Durch einige Industrieanlagen mit eigenem Hafen muss ich jedoch immer mal wieder kleinere Umwege fahren.

 

Exakt 13 Uhr bin ich an der Mündung der RUHR in den RHEIN. Natürlich mache ich hier ein paar Bilder mehr. Danach verfahre ich mich in DUISBURG erst einmal kräftig, weil ich nach meiner Nase statt nach meinem GPS-Track fahre. Bestimmt 20 km zusätzlich.

Immer am RHEIN entlang, von KREFELD sehe ich nicht viel. Ist auch nicht gewollt, der Weg ist das Ziel.

Und während der letzten Stunde regnet es auch noch! Der CP  in Düsseldorf-Lörickist eigentlich unmöglich und wird von einem echten Eigenbrötler geführt. Weil es immer noch regnet, baue ich mein Zelt mit ausdrücklicher Erlaubnis unter einem Unterstand auf, einem überdachten Waschplatz oder so. Passt zu diesem CP.Nach dem Duschen ist es trocken und ich verspüre etwas Hunger. Runter vom Platz und links am Rheinufer ein Stück gegangen finde ich ein DLRG-Clubhaus mit Pizzeria. Lecker „frutti di mare“ mit einem Weizen und zurück.Da es jetzt trocken war, zog ich mein Zelt auf ein Stück Rasen nebenan und schlief nach dem Telefonieren wie ein Murmeltier. Und? Von wem habe ich wohl geträumt?

Ach ja, ich bin nicht auf der Autobahn mit meinem Rad unterwegs, der Radweg war unmittelbar daneben.

16. Juni 2013, Sonntag

MTTELLANDKANAL / DORTMUND-EMS-KANAL bis Campingplatz 48268 GREVEN

Da kommt wieder so eine “Geschichte, die das Leben schreibt”. Ich fahre ein Stück vom Kanal weg in Richtung einer größeren Stadt. Ich wusste nicht einmal welche Stadt, aber einen Bäcker und Frühstück sollte es dort doch geben. An einer Brücke steht ein älterer Herr, den frage ich nach einem Bäcker. “Da will ich auch hin, immer mir nach”, sagt er. wir fahren ein paar Straßen und dann sagt er plötzlich:” Jetzt machen wir ‘ mal etwas, was wir eigentlich nicht dürfen”, und dann fuhr er mit  mir im Schlepptau neben einer Treppe den Gehweg hoch, durch einen kleinen Gang und plötzlich standen wir bei einem Bäcker. “Prima”, sagte ich, “sie sind Schutzmann, oder?” Er war erstaunt, dass ich das erraten hatte, denn es stimmte. “Na ja, die Bemerkung war’ s halt, die mich das erkennen lies”. Wir unterhielten uns noch eine Weile. Er gehörte zu einer Dienststelle in Münster, wo sie alles mit dem Fahrrad erledigen, er selbst z. B. die Schulwegsicherung. Der Dienstwagen steht immer nur vor der Tür.

An dem ersten Tisch im Bild rechts oben habe ich dann neben meinem Rad gefrühstückt. Münster selbst ist nicht so toll. Die vielen Fahrräder können auch ein Plage sein, vor manchen Mietshäusern standen einfach zu viele. In Rtg. Kanal fuhr ich dann zunächst das erste Mal auf einer Fahrradstraße, war  ein gutes Gefühl. Glatt geteert und kein Kfz zu sehen, Fahrradfahrer aber an diesem Morgen auch nicht.

Die Straßen waren kurz danach nicht gerade eben und der Weg, den ich dann am Kanal wieder befuhr, war eine Frechheit! Und dann auch noch richtiger Gegenwind, es ging nur langsam voran.

Es gab einige Seitenarme des Dortmund-Ems-Kanals, dann zweigte der Wesel-Datteln-Kanal ab und den Datteln-Hamm-Kanal überquerte ich auf dem weiteren Weg zum CP. Die letzten 2 Stunden kam ich kaum voran. Das lag auch an dieser Veranstaltung am Kanal, einem Drachenbootrennen oder so. Beim DLRG-Boot erkundigte ich mich nach meinem CP.  Keiner kannte ihn! Aber sie schickten mich weiter und so komme ich an einen ehemaligen Bauernhof, der nebenan ein paar Plätze an Dauercamper vergeben hat. Die Anmeldung wollte gerade schließen, als ich auftauchte. Die letzten 3 Bier, leider kein Weizen, konnte ich kaufen, dann war Feierabend. Der Platz ist nur am Wochenende besetzt und sie wollten nach Hause. Irgendwie alles provisorisch und gerade so halb renoviert. Egal, Eigenverpflegung war angesagt, kein Restaurant in der Nähe. Rechtzeitig im Schlafsack nehme ich mir vor früh aufzustehen und abzufahren. Mal sehen ..

15. Juni 2013, Samstag

MITTELLANDKANAL bis Campingplatz 49179 OSTERCAPPELN

Aufgestanden, gepackt, nur noch das Zelt zum Trocknen stehen gelassen und dann zum Frühstück.
Die nette Dame war in ihrer
Hütte schon zu hören und nach kurzer Zeit bekam ich sehr guten Kaffee und zwei belegte Brötchen serviert. Nach einem weiteren Kaffee packte ich dann das Zelt und verlies gegen 08:00 Uhr den CP.

Es rollte richtig toll, nach zwei Stunden hatte ich schon 35 Km geschafft. Immer am Kanal entlang.
Gegen 12:30 Uhr bog ich auf
dem Dortmund-Ems-Kanal ab, jetzt spürte ich den Gegenwind mehr. Manchmal geht der Versorgungsweg an den Kanälen seltsame Wege, hier führt er unter diesem Krahn durch weichen Kies. Nicht fahrbar mit dem Rad.

An den Kanälen sind wahnsinnig viele Brücken, ein Paradies für Leute wie mein Kumpel, der hat ‘ mal unter Brücken gewohnt. Hier hätte er praktisch eine „Hausnummer“.

Plötzlich war der Weg versperrt. Keine Chance vorbei zu kommen. Und ganz weit hinten bis zur Brücke wollte ich nicht zurückfahren. Also über eine Koppel zu der etwa 300 m entfern verlaufenden Straße. MIST. Hätte man nicht rechtzeitig vor der Sperre warnen können?

Nachmittags, so 15:15 Uhr legte ich noch eine Pause ein. Es rollte ja prima und ich hatte nur noch knapp 12 Km bis zum Marina Hafen mit CP.

 

“Wir sind eigentlich kein CP. Aber den armen Radfahrer nach über 100 Km nehmen wir natürlich auf,” sagte der Hafenmeister und wies mir eine Stelle auf dem Sportplatz neben dem Grillplatz zu. 10 € inclusive duschen. Die Türen waren mit Code gesichert, die Sanitäranlagen neuwertig. War richtig gut. Alles vorbereitet für die Nacht und dann in die zur Marina gehörenden Pizzeria. Oh Mann, was saßen dort für Typen. Großkotzig, die Gesprächsfetzen, die ich mitbekam lagen in einer anderen Welt. “Wenn Herribert 25 000 € braucht, dann gib sie ihm doch, ist schließlich dein Sohn”, war am Tisch links zu hören. Gegenüber war das Gejammer groß, weil das neue Cabrio erst in 4 Wochen geliefert werden kann. Welche Marke habe ich nicht mitbekommen. An einem 4 Personen-Tisch auf der rechten Seite ging es um die 4-wöchige Kreuzfahrt mit der “Queen Elisabeth II”, die ja so toll war. Wo bin ich hier nur gelandet. Meinen “Adria-Salat” habe ich aufgegessen, mein Weizen ausgetrunken und schnell weg hier! Mit Engelchen telefonieren und schlafen, morgen sehr früh weiter …

14. Juni 2013, Freitag

ELBE-SEITEN-KANAL / MITTELLANDKANAL bis Campingplatz 30823 GARBSEN

Am nächsten Morgen steht das Zelt immer noch und durchgeregnet hat es auch nicht! Aber draußen ist alles nass!
07:15 Uhr vom CP und erst einmal 3 Km zurück zum Bäcker! Eine Stunde später bin ich wieder am Kanal. Diesmal nicht mühsam die Treppe hoch, nein durch fiesen Morast ging es nach oben. Staubiges Rad wurde letzte Nacht vom Regen abgespült, jetzt sah es wieder aus wie Sau! Und überall ist Wasser im Überfluss (im wahrsten Sinne des Wortes!).Selbst die kleinen Bäche führen erheblich mehr Wasser als sonst.

Der Hammer ist die Beschilderung an einigen Brücken über den Kanal. Da steht “Benutzung verboten” und “Fußgänger und Radfahrer frei auf eigene Gefahr”, nur kommt man dort mit dem Rad sowieso nicht herunter. Alles mit Leitplanken dicht gemacht! Schilda lässt grüßen!

Diesmal ist der CP gut, aber keine Getränke und das Restaurant ist außerhalb. Neben der Rezeption ein kleines Blockhaus mit dem Hinweis auf Frühstuck, Kaffee und Kuchen, usw. Die ältere Dame will gerade Feierabend machen und betont dabei, dass sie ja auch schon seit 5 Uhr zum Brötchen backen auf den Beinen ist. “Prima, dann komme ich um  07:00 Uhr zum Frühstück”, freute ich mich. “Nein, geöffnet ist erst ab 8 Uhr!” erklärte sie mir. Aber bei meinem Charme darf ich natürlich schon früher kommen.

Das heute morgen nass eingepackte Zelt schnall aufgebaut und eingeräumt, dann zum Duschen. Weil das Wetter sehr gut ist, entschließe ich mich zur “großen Wäsche”, ich gehe also mit den Klamotten des Tages duschen und hänge sie dann zum Trocknen auf die Leine.

Alles fertig, endlich zum Essen in das Lokal etwa 300 m neben dem Zeltplatz. Einen Bauernsalat und eine Ofenkartoffel mit Zarziki, dazu Paulaner Weizen. Dabei natürlich, wie zwischendurch immer mal wieder, telfonieren mit meinem Engelchen.

Die Wäsche bleibt über Nacht draußen und wird morgen frisch wieder angezogen. Gute Nacht

13. Juni 2012, Donnerstag

ELBE-SEITEN:KANAL bis Campingplatz 38524 SASSENBURG

Schon kurz vor 7 Uhr bin ich auf dem Weg zum Bäcker in Dannenbüttel. Der Tag muss mit einem guten Frühstück beginnen, dann rollt es besser. Um wieder zum Mittellandkanal zu kommen ging es wieder eine Etage hoch. Es fuhr sich gut und so war ich schon gegen 08:30 Uhr an der Einmündung in den Mittellandkanal, in den  der Elbe-Seitenkanal in einem rechten Winkel einfließt. Da der Elbe-Seitenkanal wegen des Hochwassers in der Elbe gesperrt war, tauchten erst hier die ersten Binnenschiffer auf und es gab so manches “Rennen”, welche eigentlich immer ich mit dem Rad gewann.

Die richtig schlechten Wegstrecken waren glücklicherweise nur kurz, einmal jedoch war der Pfad dann ganz zu Ende.

Der riesige Sandberg wurde nicht bei der Erstellung des Kanals aufgeschüttet, es handelt sich um das Kaliwerk Friedrichshall. Hier wurde ich zwangsweise über den Kanal einer Umleitung folgend geführt, die mir bestimmt  10 – 15 Km an Umweg einbrachte. Da ich mich später auch noch in Hannover verfahren habe, war das ein anstrengender Tag.

Die Schleuse Anderten mit ihren kleinen Türmen war mir schon bei meiner Tour 2010 aufgefallen.

Als Mitglied der Bürgerinitiative “Fahrradfreundliches Eutin” bin ich immer auf der Suche nach Beispielen für den Radverkehr. Hier beim VW-Werk in Hannover fielen mir die sogar überdachten Parkmöglichkeiten für Fahrräder positiv auf. Daran könnten sich so manche Arbeitgeber/Schulen/Behörden bei uns ein Beispiel nehmen.

Mehrfach führte der Weg zurück zum Kanal „bergauf“, ich musste Treppen steigen, um wieder auf meinen Weg am Kanal entlang zu gelangen.

Die letzten Km fuhr ich im leichten Regen. Auf dem Campingplatz „Blauer See“ in Garbsen, ein Platz mit einer guten Ausstattung, konnte ich zwischen einer Wiese weit weg von den Sanitäranlagen oder näher dran direkt am Strand wählen. Ich entschied mich für die kurzen Wege. Als das Wetter dann noch schlechter wurde mit Starkregen  und Wind, hatte ich echte Bedenken, ob die Heringe in dem weichen Sand das Zelt auch halten würden. Aber alles gut gegangen und trotzdem gut geschlafen

12. Juni 2013, Mittwoch

EUTIN – LÜBECK-ELBE-LÜBECK-KANAL bis Campingplatz 21522 HOHNSDORF

Mein treuer Gefährte „Black Jack“ in voller Beladung vor der Abfahrt. Was wird uns wohl so erwarten? Pünktlich in Eutin abgefahren, in Hamburg umgestiegen und pünktlich in Lüneburg angekommen! So kann eine Reise auch mit der DB beginnen. Vom Bahnhof zum Kanal, aber wo ist der denn? Der Elbe-Seiten-Kanal verläuft in der ersten Etage, überquert alle Straße und Flüsse über Brücken. Somit  musste ich mein Rad mit Gepäck erst einmal nach oben bringen, war nicht gerade einfach! Kurze Pause und dann los …
 
Die Wege am Kanal gingen schnell von Asphalt in den grauen Rollsplitt über. Fuhr sich auch ganz gut, aber Taschen, Sandalen, Füße usw. waren in kurzer Zeit von einem grauen Schleier überzogen. Das Material, wie Reifen, Kette usw. musste echt leiden.
 
 
Die nächste Abwechslung war dann die Schleuse Uelzen.

Kurze Zeit später entstand das Landschaftsfoto mit einer “gewissen Anleitung”, sieht aber gut aus, oder?

Der Weg wurde zeitweise schlechter. Unter einer Brücke badeten ein paar Jugendliche im Kanal und sprangen von dieser Brücke. Der erste Campingplatz in Sassenburg/Beversee war nicht so toll. Alles etwas älter. Aber ich war vom ersten Tag auch geschafft und habe schnell und gut geschlafen.